Die Kernkompetenzperspektive fordert eine intensivere Auseinandersetzung mit bestehenden und zukünftigen internen Erfolgspotenzialen einer Unternehmung. Zudem ist ein gedankliches Loslösen von der reinen Konzentration auf bestehende Märkte erforderlich. Gerade in Zeiten des intensiven Wettbewerbs bedürfen Erfolge vorab einer intensiven Auseinandersetzung mit den Fertigkeiten und Fähigkeiten der gesamten Unternehmung. Der Wettbewerb um die Erlangung von Kernkompetenzen geht somit dem eigentlichen Marktwettbewerb um Kunden und Marktanteile voraus und determiniert dessen Erfolg maßgeblich. Unternehmen müssen systematisch hinterfragen, worauf denn ihre Wettbewerbsvorteile beruhen.
Generell findet der Wettbewerb um Kernkompetenzen auf folgenden zwei Ebenen statt:
- Ebene I: Wettbewerb um den Zugang zu Ressourcen. Es muss Unternehmen gelingen, die Ressourcen zu identifizieren und ggf. zu erwerben, welche in Zukunft wertvoll sein werden. Hierbei handelt es sich um einen Wettbewerb um externe Ressourcen wie z.B. Mitarbeiter, Rohstoffe, Netzwerkpartnerschaften, Zugang zu Forschungseinrichtungen.
- Ebene II: Wettbewerb um die Entwicklung der richtigen Fähigkeiten. Es muss Unternehmen gelingen, ihre Ressourcen durch organisationale Prozesse so zu bündeln, dass sie zu wirksamen Kernfähigkeiten werden. Fähigkeiten werden in dieser Betrachtungsweise als komplexe Interaktions-, Koordinations- und Problemlösungsmuster einer Organisation verstanden.
Um sich im Wettbewerb um Kernkompetenzen erfolgreich behaupten zu können, müssen sich Führungskräfte und Mitarbeiter bewusst sein, welche einzigartigen Potenziale ihre Organisation derzeit besitzt und wie sie diese für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung optimal einsetzen können. Im zweiten Schritt müssen sich Unternehmen auch die Frage stellen, welche zusätzlichen Kompetenzen sie entwickeln bzw. erwerben müssen, um in Zukunft erfolgreich zu sein. |