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KRITIKPUNKTE AN BESTEHENDEN MBA- UND EMBA-PROGRAMMEN
 
Oder warum wir uns für einen anderen Trainingsweg entschieden haben
 

Das Angebot im Bereich des Führungskräftetrainings ist seit den 1990er-Jahren nahezu explodiert. Laut Markteinschätzungen wird im Trainingsbereich bereits mehr Umsatz erwirtschaftet als im Consultinggeschäft. Obwohl die wirtschaftlich schwierige Situation vielen Trainingsanbietern in den vergangenen 2-3 Jahren zum Teil deutliche Rückgänge bescherte, deutet vieles darauf hin, dass sich das Wachstum insgesamt  aber  in den nächsten Jahren weiter fortsetzen wird. Eine Analyse der Anbieterstruktur verdeutlicht, dass sich der Trainingsmarkt grundsätzlich in zwei sehr unterschiedliche Anbietergruppen unterteilen lässt:

  • Post-universitäre Ausbildungen mit akademischem Abschluss (MBA-Programme der Universitäten)
  • Firmenspezifische Inhouse-Trainings

Executive-MBA und MBA-Programme

Ausgehend von den amerikanischen Spitzenuniversitäten (Harvard, MIT, etc.) wurde insbesondere ab den 1980er-Jahren der bis heute exklusivste „Trainingsmarkt“ ins Leben gerufen. Führungskräften wird seither ein umfassendes Programm angeboten, in dem sie in einem elitären Teilnehmerfeld nach einem klar definierten Schema gemeinsam „Management“ lernen „müssen“. Neben dem Erlernen der grundlegenden Methoden aus den unterschiedlichen Bereichen der Unternehmungsführung zielen die Programme insbesondere auf die Anwendung des Erlernten auf Basis standardisierter Case-Studies ab. Schwierige Prüfungen und bewusst erzeugter Zeitdruck verleihen diesen Lernprogrammen den Charakter von Ausbildungscamps für die Härtesten. Gleichzeitig verstehen es die Universitäten für ihre Absolventen einzigartige Netzwerkplattformen zu institutionalisieren, die insbesondere die individuelle Karriereentwicklung der Absolventen anfeuern. Die Teilnehmer sind bereit für die bis zu zwei Jahre dauernden Programme mehr als 200.000 $ zu investieren.

Anfang der 1990er-Jahre wurde dieses Geschäftsmodell in großem Stil von immer mehr europäischen Universitäten übernommen. Neben den absoluten „Elite-Programmen“ wie beispielsweise IMD, Fontainebleau, die bereits ab den 1960er-Jahren spezifische Ausbildungsangebote hatten, schießen seit 15 Jahren immer neue MBA-Programme aus dem Boden. Die Qualitäten und Preise der angebotenen Programme sind sehr unterschiedlich.

Schwachstellen und Probleme der MBA'S und EMBA'S nach Mintzberg

Zu den vehementesten Kritikern dieser Art der Managementausbildung, zählt einer der renommiertesten Strategieprofessoren der Gegenwart – Henry Mintzberg. In seinem Bestseller "Manager statt MBA’s" erläutert er messerscharf und sehr pointiert die fundamentalen Schwächen dieser Programme.

„… in einem klassischen MBA-Programm werden junge Leute zu Führungskräften ausgebildet, ohne dass es eine Verbindung zur realen Unternehmenspraxis gibt. Einen Manager formt man nicht im Klassenraum. Leute, die glauben, dass so etwas geht, sind als Manager Schrott“.

„… die Studierenden lernen vor allem, Fakten bis ins Kleinste auseinander zu nehmen und dann, aufbauend auf diesen Ergebnissen, Entscheidungen zu fällen. Management bedeutet aber vielmehr. Angesichts komplexer, oft nebulöser Probleme gilt es Dinge neu zusammenzufügen und daraus neue Lösungen zu formen. Synthese, nicht Analyse, ist der Kern des erfolgreichen Managements. Neben der Analyse stehen bei den MBA-lern auch Techniken wie Portfoliomodelle oder Wettbewerbsanalysen hoch im Kurs. Doch diese sind nutzlos, wenn sie losgelöst vom Kontext angewendet werden. Typische Lehrmethoden sind Planspiele, Feldforschung sowie die vor allem in Harvard bis zum Extrem ausgereizten Fallstudien, bei denen die Studierenden aber weder eigenständiges Denken noch echtes Engagement oder Sozialkompetenz erlernen.“

„… in den exklusiven Executive-MBA-Programmen lernen Menschen, die 20 Jahre Führungserfahrung haben, dasselbe wie der potenzielle Führungsnachwuchs.“

HENRY MINTZBERG, PROFESSOR OF MANAGEMENT STUDIES, MCGILL UNIVERSITY MONTREAL

IMP-Erfahrungswerte mit  MBA- und EMBA-Programmen

Mehrere Kollegen von IMP sind selbst in diversen internationalen MBA- und EMBA-Programmen als Lehrende tätig. Die Kritikpunkte von Henry Mintzberg können wir nicht nur bestätigen, sondern müssen diese sogar um einige Punkte erweitern:

  • Die Teilnehmer werden an einer Vielzahl unterschiedlichster Methoden und Konzepten trainiert, die sie mit nur ganz wenigen Ausnahmen ausschließlich an kurzen Case-Studies anwenden. Nahezu jedes Instrument müsste aber für die konkrete Anwendung im Kontext des eigenen Unternehmen hinterfragt, angepasst und konkretisiert werden.
     
  • Die Teilnehmer der MBA-Programme sind zu mehr als 95 Prozent Nachwuchsführungskräfte bzw. Führungskräften des mittleren Managements. Diese Teilnehmer verfügen in den seltensten Fällen über die „Macht“ das Erlernte umfassend im Unternehmen anzuwenden.
     
  • Der Aufbau des Wissens erfolgt nur bei Einzelpersonen. Diese „Auserwählten“ sollten das Erlernte in das jeweilige Unternehmen tragen. Dieser Wissenstransfer ist schier unmöglich. Nach der Rückkehr aus den Trainingsprogrammen führt der tägliche Workload dazu, dass die meisten Teilnehmer gar keine Zeit haben, über mögliche Anwendungsfelder nachzudenken. Die Absolventen geben an, dass

    ... es im eigenen Unternehmen vielfach keine Möglichkeiten gibt,
    umfassend über das Erlernte gemeinsam mit Kollegen zu reflektieren

    ... sie selbst letztlich weniger als 10 Prozent des Erlernten in irgendeiner
    Form im Unternehmen anwenden konnten.

Kritisch betrachtet muss festgehalten werden, dass die Teilnahme an MBA-Programmen einen eher kleinen Beitrag zur Weiterentwicklung des jeweiligen Unternehmens leisten kann. Mit unseren Trainings-Leistungen wollen wir oben angeführten Kritikpunkten entgegenwirken.

Der Wert von "sehr guten" MBA-Programmen kann aber  insbesondere darin gesehen werden, dass

  • eine breites Wissen über die relevanten Methoden und Instrumente vermittelt wird,
  • ein Zugang zu exklusiven Absolventennetzwerken eröffnet wird,der von einer renommierten Universität verliehene MBA-Grad kann nach wie vor ein echtes Sprungbrett in die höchsten Führungspositionen von Unternehmen sein kann.

 

 
 
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